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Enthüllung der Grabskulptur am Grab von Gert Jonke

Samstag, 25. Oktober 2014, 16 Uhr
Wiener Zentralfriedhof, 2.Tor, Ehrengrab 33G/41
(Genaue Standort-Auskunft beim Friedhofsportier am Eingang, 2.Tor // Straßenbahn 6 oder 71 // Parkplatz am Eingang)


Zur Erinnerung an den Dichter Gert Jonke (1946-2009)
Die Auflösung des Kreuzes - ein bildnerisch-literarisches Projekt am Grab von Gert Jonke

Vor fünf Jahren wurde der Dichter Gert Jonke in einem von der Stadt Wien gewidmeten Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof beerdigt. Ein schlichtes Holzkreuz - als Symbol für seinen Tod.
Für Regisseurin Ingrid Ahrer, Lebensgefährtin des Dichters, begann durch den notwendigen Umgang mit dem „Unabänderlichen“ ein persönlicher Prozeß des Vertiefens mit dem Thema Kreuz und seine sich wandelnde Bedeutung. Als es neu aufgestellt wurde, stand es in seiner ganzen Schwere für den Tod. Vom ersten Tag an dokumentierte Ahrer täglich die Verwitterung des Kreuzes, so entstand eine Fotoserie aus rund 1825 Momentaufnahmen, die 2015 anläßlich des Gert Jonke Preises als „Installation“ im Robert Musil Museum in Klagenfurt gezeigt werden.
Mittlerweile ist das schwere Kreuz leicht geworden, als Symbol für die Auferstehung, für die Überwindung der Schwerkraft.
Nun beauftragte Ingrid Ahrer den Maler und Bildhauer, Wolfgang Walkensteiner, schon zu Lebzeiten ein Freund des Dichters, das Thema Auflösung des Kreuzes in einem Kunstwerk aus Krastaler Marmor künstlerisch umzusetzen. Jonke war in den 1970er Jahren, während der Entstehungsphase des Künstlersymposions im Krastaler Steinbruch, als Schriftsteller involviert.
„Die Metamorphose des einfachen Holzkreuzes entspricht der philosophischen Essenz des dichterischen Werkes von Gert Jonke, die in der Aufhebung der Schwerkraft die größtmögliche Erfüllung aller menschlichen Sehnsucht sah“, sagt Ingrid Ahrer.

Die Grabskulptur wird am 25. Oktober 2014 enthüllt.
Zu diesem Anlaß wurden verschiedene Künstler aus den Bereichen Literatur, Theater, Musik, die sich mit Jonkes Werk auseinandersetzten oder damit in besonderer Beziehung standen, eingeladen - die Enthüllung der Grabskulptur mit ihren künstlerischen Assoziationen zu begleiten.
– Angelika Klammer, langjährige Lektorin von Gert Jonke, spricht einführende Worte
– Enthüllung der Grabskulptur durch den Künstler Wolfgang Walkensteiner
– Schriftstellerin Andrea Winkler liest ihren zu diesem Anlaß verfaßten Essay Ein Tag wie keiner
– Komponistin und Sängerin Susanna Ridler wird im Duo mit dem Kontrabassisten Peter Herbert Stücke aus Ihrer Jonke-Vertonung Laß uns über den Dorfplatz gehen aufführen, sowie auch für diesen Anlaß ausgewählte Jonke-Textstellen vertonen.
– Schauspieler Bernd Jeschek liest aus dem literarischen Werk von Gert Jonke.